Häppchen?

Sonntag, 3. Januar, 2016
Häppchen gefällig? Aus dem neuen Gemeinschaftsdingens mit Sandra Busch:
 
„Du hast deine Tasche verloren, Opfer.“ Unsanft knallte er sie Chris vor die Brust, dass der ein paar Schritte rückwärts taumelte.
„D…d…danke“, stotterte der und presste die Tasche an sich.
„Du darfst mir auf Knien danken.“ Er hatte heute seinen großzügigen Tag.
Chris starrte ihn jedoch entgeistert an. „Bitte?“, fragte er nach.
Genervt verzog Sami das Gesicht, packte Chris am Kragen des hellblauen T-Shirts und stieß ihn gleich neben dem Rosenspalier des Hausmeisterhäuschens gegen die Wand.
„Du hast keine Ahnung, wie man sich richtig entschuldigt? Opfer, muss ich dir denn erst alles beibringen?“ Er trat näher an Chris heran, wohl wissend, dass sein trainierter Körper und die drohende Haltung sein Gegenüber einschüchterte. Tatsächlich lag bereits ein panisches Flackern in den tiefblauen Augen. Es waren ziemlich schöne Augen, wie Sami plötzlich feststellte. Verwirrt runzelte er die Stirn. Da traf ihn völlig unerwartet ein Knie zwischen den Beinen.

Nach dem Buch ist vor dem Buch …

Dienstag, 26. Mai, 2015

… und so weiter. :)

Im Moment tippere ich zusammen mit Sanna wieder an einem Gemeinschaftsding. Eine Mischung aus Fantasy/Steampunk und jaaaa, wir haben natürlich Spaß!

– Häppchen? So ein ganz, ganz kleines?

Die Männer grinsten höhnisch. Azary hatte keine Chance gegen so viele Angreifer. Womöglich würde er noch einen von ihnen mitnehmen, bevor es vorbei war … Sie würden ihn niedermachen und Jarrego als Trophäe an sich reißen. Die gierigen Blicke der Männer in seine Richtung verrieten, wie sehr sie sich darauf freuten. Kein Entkommen möglich, Flucht war sinnlos.
„Es tut mir leid, Kleiner“, murmelte Azary und schenkte ihm einen Blick voller Trauer und Verzweiflung, bevor er sein erbeutetes Schwert zu einem letzten Angriff hob.

Change for cruelty – Satz des Tages

Freitag, 20. Februar, 2015

Inspiriert von einem Facebook-Spiel werde ich jetzt jeden Tag einen Satz posten, und zwar aus dem Skript für Sammy & Dylan IV – Change for cruelty. Statt eines großen Lesehäppchens zwischendurch gibt es also täglich ein Mini-Mini-Mini-Häppchen. Lasst mich ruhig wissen, was ihr davon haltet … Zum Einstieg gibt es übrigens drei Sätzchen auf einmal. 😀

1. Es sollte sich nicht so verdammt gut anfühlen, feindliches Territorium zu betreten.
2. Shonnam war und blieb gefährlich für einen Vogelwandler, selbst dann, wenn man schon häufig die Grenze überquert und die staatliche Erlaubnis hatte, genau das zu tun.
3. Samuel war tatsächlich froh, der mehr als schlechten Stimmung daheim zu entkommen.
4. Marc feierte endlich seinen Geburtstag nach und hatte ihn wie versprochen ebenfalls eingeladen.
5. Zwei Wochen waren vergangen, seit er Dylan das letzte Mal gesehen hatte.
6. Zwei Wochen, seit sie zueinander gefunden und sich geliebt hatten, wie Samuel es sich niemals hätte erträumen lassen.
7. Seitdem hatten sie einige Male telefoniert, jeweils bloß kurz, da sie beide mit verzwickten Mordfällen beschäftigt gewesen waren.
8. Es waren freundschaftliche Gespräche, ohne sexuelle Anspielungen, und doch war so viel Sehnsucht zu spüren gewesen …
9. Samuel vermisste ihn so sehr, dass es ihn zerriss.
10. Dazu kam die Unsicherheit, wie sie zukünftig miteinander umgehen sollten.
11. Zuvor waren alle Regeln klar gewesen, jetzt mussten sie sich neu positionieren.
12. Samuel wartete ungeduldig, dass die Wachposten an der Grenze endlich fertig wurden, ihn abzutasten und die Papiere zu überprüfen.

Lesehäppchen: Wanted Judd

Donnerstag, 5. Februar, 2015

Aus dem Nächstgemeinschaftsbuch mit der unvergleichlichen Sanna:

Mit einem Becher Kaffee in der Hand lehnte Casey Cat Caldwell lässig am Geländer vor dem Saloon und beobachtete das aufgeregte Hin und Her schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite. Der Leichenbestatter brachte auf einem Maultierkarren einen grob gezimmerten Sarg gefahren, dem die sensationslüsternen Bewohner von Cobb Town bloß widerwillig Platz machten. Jeder wollte einen Blick in die Bank und auf den überlebenden Kassierer der Global Bank werfen und natürlich auch aus dessen Mund von dem Überfall erfahren. Andere dachten eher an ihr angelegtes Geld und schrien wild mit den Armen fuchtelnd auf den Bankdirektor ein. Der Sheriff und sein Deputy waren längst überstürzt mit einer Meute Freiwilliger auf der Jagd nach dem dreisten Räuber, der gemütlich in die Bank geschlendert war, um wenige Minuten und einen Schuss später mit einem prallen Geldsack zu flüchten.
Inzwischen hatte sich ein Künstler neben dem Kassierer niedergelassen und zeichnete eifrig nach dessen Angaben ein Phantombild. Tuschelnd beugten sich die Leute über seine Schulter, um sich nur ja keinen Kohlestrich entgehen zu lassen.
„Das ist doch dieser Judd“, rief plötzlich jemand aus. Cat spitzte die Ohren und nippte an seinem lauwarmen Kaffee.
„Genau.“
„Judd Darryl Barnes.“
„ Wer hätte das gedacht.“
„… wohnt ein Stück weit raus beim Elk Creek …“
„… allein. Hat sich noch kein Frauenzimmer gesucht.“
„… sympathisch …“
„… hätte nie angenommen, dass er so einer ist.“
„ … hatte geglaubt, er wolle wieder Vorräte kaufen.“
Ein junger Bursche schnappte sich die angefertigte Zeichnung und rannte damit rüber zur Cobb Town Daily, wahrscheinlich, um Steckbriefe zu drucken.
Cat gab seine lässige Haltung auf, tätschelte die Nase des vor ihm angebundenen hässlichen Pferdes und ging in den Saloon zurück. Bestimmt war seine Mahlzeit mittlerweile fertig. Und tatsächlich brachte der Wirt ihm sofort einen Teller mit Bratkartoffeln und Steak, sobald er sich an einen freien Tisch setzte. Unsicher wurde er gemustert. Wie immer. Cat hatte sich längst daran gewöhnt, dass die Leute ihm misstrauisch begegneten, denn sein Haar war schulterlang und blauschwarz. Er bändigte es mit einem blauen Stirnband, damit es ihm nicht ständig ins Gesicht fiel, das einen leichten kupferbraunen Teint hatte. Ein Erbe seiner indianischen Mutter, einer Absarokee oder Crow, wie die Weißen sie nannten. Dagegen hatte ihm sein Vater die grünen Augen vermacht.
„Das frische Gras Irlands leuchtet in deinem Gesicht“, hatte Dad stets spaßend gesagt. Sein Dad …
„Noch einen Kaffee?“
„Gern.“
„Sie sind auf der Durchreise?“ Der Wirt schenkte ihm nach und stellte die Kanne vor ihm auf dem Tisch ab, worüber Cat nicht böse war, denn der Kaffee war köstlich.
„Hmmhmm.“ Er begann hungrig Bratkartoffeln in sich hineinzuschaufeln.
„Geschäftlich?“
Cat zuckte mit den Schultern. Möglich, dass es nach diesem Vormittag geschäftlich werden würde. Aber das musste er dem neugierigen Wirt nicht auf die Nase binden. Ein Ziel hatte er eigentlich nicht gehabt, außer neuerlichen Ärger zu finden. Das war ihm offenbar gelungen.
„Über Nacht wollen Sie wohl nicht bleiben? Ich kann Ihnen ein bequemes Zimmer anbieten. Und nette Gesellschaft, falls Sie nette Gesellschaft mögen.“ Ein Augenzwinkern sollte ihm mitteilen, um welche Art netter Gesellschaft es sich handelte. Cat hatte sie bereits bemerkt, die leichten Damen, die in diesem Saloon arbeiteten. Auch sie umstanden den Kassierer, hungrig nach Abwechslung in ihrem langweiligen Leben in einer ansonsten langweiligen Stadt. Begeistert würden sie nicht sein, falls der Wirt sie aufforderte, mit ihm anzubändeln. Schließlich war er doch ein Indianer. Komisch, denn für die meisten Indianer war er ein Weißer.
„Wo kann ich Vorräte kaufen?“, fragte Cat, nachdem er ein Stück Steak mit Kaffee runtergespült hatte. Der Wirt zog eine enttäuschte Miene, als ihm aufging, dass Cat nicht bleiben würde und auf das Weibsvolk ebenfalls keine Lust hatte.
„Der alte Higgins hat einen Laden gleich um die Ecke. Da bekommen Sie von der Bibel bis zum Frack alles, was Ihr Herz begehrt.“
„Eine Bibel brauche ich ganz dringend“, erklärte Cat trocken.
„Äh … ja.“ Der Wirt räusperte sich, da er offenbar nicht wusste, ob er scherzte oder nicht. Verlegen trollte er sich hinter seinen Tresen und begann dort herumzuräumen.
Cat aß in aller Ruhe auf, leerte seinen Becher und hinterließ ein paar Münzen, um seine Mahlzeit zu bezahlen.

Noch ein Häppchen?

Dienstag, 16. September, 2014

Taddeus, 2. Teil, 2. Häppchen:

Elijahs schmales Gesicht wurde so bleich, dass es beinahe durchscheinend wirkte, seine Haut knisterte vor Kälte und das Blau der Iriden begann gefährlich zu gleißen. Er sagte kein Wort, doch zwei einzelne Tränen rannen über seine Wangen, die sofort zu Eis gefroren. Stumm starrten sie einander an, teilten die seelische Aufruhr, ihre Liebe, das Wissen um das nahende Ende.
„Du musst mir etwas schwören“, wisperte Mackenzie mühsam. „Ich will deinen heiligen Eid, dass du mir nicht folgen wirst. Weder absichtlich noch durch Leichtsinn im Kampf gegen Dämonen.“
„Mack!“ Ein Aufschrei aus tiefster Seele. Elijah umklammerte ihn viel zu heftig, am ganzen Leib zitternd. „Ich kann nicht ohne dich, verlang nicht von mir, einsam zurückzubleiben!“
„Genau das muss ich aber verlangen.“ Mackenzie schluckte an dem Schluchzen, das in seiner Kehle drängte – vergeblich. „Sie brauchen dich. Sie brauchen dich hier, nicht tot im Himmel.“

:)