Nächstbuch …

Samstag, 7. Februar, 2015

Nach dem Buch ist vor dem Buch, wie üblich. Bis irgendwann im April das Gemeinschaftsbaby mit Sanna geschlüpft ist, beschäftige ich mich mit einem neuen Projekt. So ganz und gar happy bin ich nicht, denn eigentlich wollte ich keinen neuen Boys Love, aber die Helden fragen mich mal wieder nicht. *seufz*
Also: Es wird ein Boys Love à la Dawning Sun. Bin jetzt ungefähr bei der Hälfte und es geht recht zügig voran, dafür, dass ich eigentlich lieber etwas anderes schreiben möchte. Ich wollte es sogar schon in die Tonne kloppen, aber da war die Sanna dagegen. Jetzt kann ich also, sollte hinterher irgendetwas nicht passen, immer sagen: Sanna war schuld, Sanna war schuld! 😀
– Was im übrigen eine weitere Parallele zu Dawning Sun ist, denn das wollte ich eigentlich auch die ganze Zeit in die Tonne kloppen. Tsss. Mobbing kommt übrigens mal kurz vor, ist aber nicht das entscheidende Thema. Ungewolltes Outing auch nicht.
Egal.
Häppchen?

„Weißt du schon das Neueste?“
„Nee.“
„Celina geht jetzt mit dem Aaron aus der 9.b.“
„NEE!“
„Wenn ich’s dir doch sage!“
„Du meinst unsere Celina, ja? Zwölfte Klasse und so. Was will die mit diesem kleinen Jungen?“
„Woher soll ich das wissen?“
„Echt widerlich … Und dann noch dieser bescheuerte Name. ÄÄHRRÄNN.“
„Kann er ja auch nix für. Bescheuerte Hartz IV-Eltern halt mit Amerika-Tick.“
„Hast ja Recht. Trotzdem finde ich …“

Kevin atmete erleichtert auf, als Bettina, Sophie-Marie und Natasha außer Hörweite waren. Die drei Mädels waren in seinem Jahrgang und auch wenn sie hinsichtlich Lästereien nicht schlimmer waren als alle anderen, fühlte er sich von ihnen am stärksten bedroht. Sie waren nämlich durchaus intelligenter als quasi alle anderen Schüler. Volle Punktzahl in jeder Klausur war Mindeststandard und sie hingen bereits seit der fünften Klasse zusammen. Ein eingespieltes Team mit scharfem Blick für die Unzulänglichkeiten ihrer Mitmenschen.
Zum Glück beachteten sie ihn nicht weiter, wie üblich. Er war schließlich auch das Opfer bescheuerter Hartz IV-Eltern mit Amerika-Tick … Wenn sie ihn wahrnehmen würden, könnten sie sein Geheimnis in zwei Wimperschlägen herausfinden, da machte er sich keine Illusionen. Seine Homosexualität stand ihm zwar nicht auf die Stirn geschrieben, er trug keine Mädchenklamotten, schminkte sich nicht, näselte nicht affektiert herum oder spreizte den kleinen Finger ab, sobald er einen Becher in die Hand nahm. Aber er las gerne und viel, spielte kein Fußball oder betrieb andere männliche Sportarten, war für seine achtzehn ziemlich schlaksig und ein bisschen klein im Vergleich zu anderen Jungs aus dem zwölften Jahrgang, er war gut in Kunst und, last but not least, er hatte keine Freundin. Er konnte sich Sophie-Maries schrilles Lachen lebhaft vorstellen, wenn ihre Busenfreundin Natasha loslegen würde:
„Wisst ihr schon das Neueste? Der Kevin – yupp, der kleine Blonde mit der Brille, der, für den die Sharona immer geschwärmt hatte – der is’ ´ne Schwuppe. Stockschwul. Ich schwör’s. Nein, er hat sich nicht geoutet, sooo blöd isser ja nu’ nich’, nee? Aber ehrlich, er malt besser als Ivana und ist gut in Deutsch und erinnert ihr euch noch an das schöne Gedicht von ihm in der 9. Klasse? Jungs können keine Gedichte, das hätte mir wirklich sofort auffallen müssen. Vor allem keine Liebesgedichte.“
Zehn Minuten später wüsste es die gesamte Schule, und dann?
Vermutlich würde die Welt nicht untergehen. Kevin war der Typ beliebter Außenseiter. Nicht mittendrin und voll dabei, er hatte keine echten Freunde, doch keiner hatte etwas gegen ihn. An seiner Schule herrschte eigentlich insgesamt ein eher tolerantes Klima – ein Gymnasium in einer kleineren Stadt, die nah an Köln gelegen war. Hier lebten größtenteils gut situierte Pendler, es gab lediglich kleinere Ecken mit Migrantenproblematik. Die Ausländer an seinem Robert Koch-Gymnasium stammten durchweg aus Familien, die mindestens in der zweiten Generation in Deutschland wohnten und zumeist wohlhabend waren. Toleranz war billig zu haben, solange die Ausländer nicht stanken, besseres Deutsch sprachen als die Deutschen und nicht mit religiösem Fanatismus auffielen.
Dementsprechend konnte sich Kevin Hoffnung machen, dass seine Sexualität auch billig toleriert würde – er benahm sich nicht tuntig, verlangte nicht aggressiv, dass seine Rechte geschützt werden mussten und belästigte auch sonst niemanden.
Trotzdem zog er es vor, sein Outing auf irgendwann später zu verlegen. Sehr viel später. Nach dem Studium vielleicht, oder wenn er auf dem Sterbebett lag …
Schließlich war da noch Daniel Harting. So wie alle Tatsachen von Ausnahmen bestätigt wurden, gab es Daniel, der für den rechtskonservativen Anteil zuständig war. Nicht auf die prollige Art, der Kerl klopfte keine hirnlosen Stammtischparolen der Sorte „Ausländer raus“ und „Alle Homos sind Kinderschänder!“ Nein, er war intelligent und leise, nervte seine durchweg neutral ausgerichteten Freunde nicht zu sehr mit seinen Argumenten. Wenn er loslegte, konnten oft auch die Lehrer nicht gegen gewinnen. Gegen „Natürlich bin ich dafür, Asylanten zu helfen. Aber warum soll diese Hilfe darin bestehen, sie wie unmündige Kinder in Heime zu stecken und einfach bloß durchzufüttern? Es wäre sinnvoller, sie Deutsch lernen zu lassen, ihre Traumata zu therapieren und ihnen zu helfen, sich entweder zu integrieren oder in ihre Heimat zurückzukehren und dort wieder aufzubauen, was kaputt gegangen ist“ konnte man wenig sagen. Abgesehen von „Woher soll das Geld kommen?“ und „Auf ähnliche Weise versucht die Regierung ja zu arbeiten, leider ist das alles nicht so einfach.“ Was unausweichlich mit einem „Dann sollte man deutlich weniger Asylanten aufnehmen und sich um die anständig kümmern, statt möglichst viele, die man nicht versorgen kann“ gekontert wurde. Ähnlich hielt Daniel es mit Schwulen und Lesben. Seine Argumente bauten darauf, dass Homosexualität Ausdruck einer seelisch-frühkindlichen Störung sein musste, da man bei eineiigen Zwillingen beobachten konnte, dass nicht immer beide homosexuell waren. Demzufolge konnte es seiner Meinung nach nicht genetisch begründet sein und gehörte als Krankheit therapiert.
Da Kevin keinen Freund hatte, gab es sowieso keinen Grund, sich outen zu wollen. Er hatte überhaupt noch nie einen Freund gehabt. Sexuell unerfahren. Komplett unbeleckt, wie Bettina es nennen würde. Auch in Sachen Verliebtheit war er ein Spätzünder. Abgesehen von ein paar Schwärmereien für unerreichbare Heteros hatte er lediglich Tagträume zu bieten – Schauspieler, Sänger, gut aussehende Unbekannte im Internet, die er gefahrlos ansabbern konnte, wenn er sich in seinem Zimmer einschloss oder unter der Dusche stand. Facebook lieferte endloses Bildmarterial für Selbstbespaßung. Aber Schmetterlinge im Bauch, wonnige Höhenflüge, rosarote Watteplüschwölkchen, das kannte er alles bloß aus Romanen, Filmen und den freizügigen Erzählungen seiner Mitschüler.
Er war eben ein wandelndes Klischee – peinlicher Name, von asozialen Eltern lieblos ausgesucht; schmalbrüstiger Geek mit Brille; ein Schwuler, der davon träumte, Modedesign zu studieren.
Wenn ihn jemand fragte, was er mit dem Abi anfangen wollte, sprach er von Innenarchitektur oder Eventmanager, was ihm beides tatsächlich ganz gut gefallen würde. Vielleicht würde er sich in diese Überlebensnischen drängen, denn ob er den ausreichenden Biss mitbrachte, sich in der exaltierten Modebranche durchzusetzen, wusste er beim besten Willen nicht. Kevin war nicht introvertiert, dafür jedoch eher konfliktscheu. Dass er es liebte, mit Stoffen umzugehen, dass die viel zu wenigen Textilstunden in der Unterstufe sein persönliches Schulhighlight gewesen waren, reichte wahrscheinlich nicht aus … Und hey, ein schwuler Modedesigner wäre vermutlich der totale Klischee-Overkill.

Bald, bald …

Sonntag, 7. Dezember, 2014

Sodele, dank des unermüdlichen Einsatzes meiner Technik-Fee, Joanna Lenc, ist mein Blog heil auf einen neuen Server umgezogen und ich kann wieder mit euch kommunzieren. :)

Das wird gleich gefeiert, indem die unmittelbar bevorstehende Geburt meines Nächst-Babys vorankündige: Sammy und Dylan stürzen sich bald, sehr sehr bald ins nächste Abenteuer. :)

Und wieder einmal heißt es:

Donnerstag, 18. September, 2014

Ende.
Solch ein triumphales und niederschmetterndes Gefühl zugleich …

Jetzt wird kräftig überarbeitet. Cover steht bereits. Wenn Sanna und ich ausreichend häufig drübergerutscht sind, kommt die Profi-Korrektorin und haut uns unsere Blödsinnsfehler um die Ohren. Zu eurer Erheiterung bleiben trotzdem noch hier und da welche davon stehen. Na ja, und wenn nichts mehr schief geht, wird Taddeus 2 noch vor Oktober in die Welt gescheucht. :)

Dummdideldumm …

Montag, 3. Juni, 2013

… ich hab Spaß.
Ich bastle nämlich gerade an einem Buchblock herum. :)
Sanna wiederum kümmert sich um das eBook.
Sprich: Sollte nichts dazwischenkommen, lassen wir noch in dieser Woche Das Tier auf euch los …

Edit: Bei beam wurde es schon gesicht. 😉

Noch in diesem Jahr …

Freitag, 19. Oktober, 2012

… wird der letzte Rashminder Tag kommen.
Es sei denn, hier brechen mehrere Katastrophen gleichzeitig über mich herein, was ich aber nicht hoffen will. Ich bin jedenfalls schon fleißig dabei, meine Jungs zu quälen. :)