Wildzauberei

30. Oktober 2016

Ohne viel Firlefanz kündige ich hier jetzt die Ankunft meines Jüngsten an. Jarids Abenteuer geht weiter!

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Kein Grund zur Sorge …

27. Oktober 2016

… alles ist gut.
Ich hab nur mal wieder ein Buch geschrieben.

Jarid 2 hatte mich ziemlich gequält. Eigentlich wollte ich den sowieso nicht schreiben. Jarid und Tamas sind ein glückliches Paar, fertig.
Oder?
Nun hatte das Konzept der Wildzauberei als solches mich aber von Anfang an heftig begeistert und da spukte der Wunsch herum, das noch einmal richtig auszuloten. Jahrelang. Bis Jarid mich aus dem Hinterhalt ansprang und verkündete, dass er eine komplette neue Story für mich im Gepäck hat. Schick, oder? *strahl*
Nein, ich fand das gar nicht schick, denn ich wollte eigentlich seit August mit dem 6. Teil von Sammy und Dylan fertig sein. Aber auf mich hört ja sowieso keiner.
*seufz*
Also hab ich Jarids neue Geschichte geschrieben. Die lief an für sich auch recht flockig, nur dass es mal wieder ein Skript war, bei dem jeder einzelne Buchstabe erst handschriftlich in ein Notizbuch vorgemalt werden musste, bevor er auf die Festplatte durfte. Mit dem Kuli in der Hand: Es läuft, es fließt, es stürmt voran. Am Laptop sitzend: Schallendes Schweigen im Walde, dass es in den Ohren weh tut.
Ich hab kein grundsätzliches Problem damit, handschriftliche Notizen abzutippen, beinahe jedes Skript hat bei mir eine Phase, wo es zwischendurch bloß auf diese Weise weitergeht. Diejenigen, die ausschließlich auf diese Weise funktionieren, sind aber doch selten. Hält auf und nervt, nervt, nervt.
Letzten Sonntag hatte ich das Gefühl, zum Endspurt blasen zu können. Heißt: Ich bleibe wach und schreibe und gehe erst ins Bett, wenn ich das Ende erreicht habe. Ich hatte die komplette Endszenerie vor Augen und so groß erschien die mir jetzt gar nicht. Sonntag also bis halb fünf morgens gepinnt und festgestellt: Ich bin dem Ende kein bisschen nähergerutscht. Hmpf.
Also Montag dann, ja?
Montag lief gar nichts. Außer Panik, weil sämtliche Handlungsbilder in meinem Schädel pulsierten und da nicht rauskommen wollten. Zwar den ganzen Tag und die ganze Nacht rumgeschrieben, doch nicht wirklich was geschafft.
Also Dienstag dann, ja?
Dienstag ging es ganz gut voran. Unterbrochen von diversen Lästigkeiten wie Kind zur Ergotherapie fahren und Großeinkauf. Geschrieben und geschrieben und geschrieben und GESCHRIEBEN! – und nicht fertig geworden.
Also Mittwoch dann, ja?
Nachdem die Nachtschichten lang und immer länger wurden, Mittwoch bis 11.00 Uhr morgens geschlafen. Auf die Couch getorkelt und geschrieben, geschrieben, geschrieben. Mit dem Gefühl, eigentlich jede Minute fertig zu werden, weil es wirklich gut lief. Entspannt 1 1/2 Stunden mit dem Zweitkind vertrödelt und gequatscht und ja, ich war überzeugt: Das bisschen Buch, das schaff ich weg. Dieses Gefühl, das man hat, wenn man auf einem mittelhohen Berg steht und durch die Gegend schaut. Runter ins Tal? Hö, in einer halben Stunde zu schaffen. Ist doch nix, alles easy!
Das klappt nur, wenn man Tom Bombadil heißt und eigentlich kann ich solche Dinge sonst sehr viel besser einschätzen. Ich meine, das war jetzt mein 49. Skript unter Sandra Gernt. Inklusive aller offenen Pseudonyme, exklusive Kurzgeschichten bei Anthologien. Dazu kommen einige extreme Schwergewichte unter Echtnamen. Ich hab Erfahrung, verdammich, und wenn ich sage: Yoah, das sollte heute zu schaffen sein! – dann stimmt das normalerweise auch.
Bei Jarid war mal wieder alles anders. Muss an der Wildzauberei liegen …
Also, ich bin am Mittwoch fertig geworden. Wenn man den Tag solange Mittwoch nennt, bis man sich zum Schlafen ins Bett legt. Ansonsten war es doch eher Donnerstag, 5.30 Uhr am morgen.
Ich. Bin. FERTIG!!!

Und den gesamten Donnerstag orientierungslos durch die Gegend getaumelt. Wo bin ich? Warum bin ich hier? Wie heiße ich und warum ist die Wohnung so unglaublich furchtbar dreckig?
Sanna erzählte mir von ihren Wochenendplänen. Wochende, ja, das dauert ja noch … Moment mal … Heute ist Donnerstag? Echt jetzt? Gerade war es doch noch Montag?
Beim Betreten der Küche rückwärts wieder rausgesprungen und embryonale Schutzhaltung eingenommen. Nur für den Fall, dass der Riesenstapel Schmutzgeschirr bereits genug intelligentes Leben gezüchtet hat, um eine Partei zu gründen und auf Menschenjagd zu gehen. Die gesamte Bude verkrümelt, chaotisch, die Tische kleben, die Schmutzwäsche stapelt sich. Sauberes Geschirr ist trotzdem noch vorhanden, weil ich irgendwann – Dienstag oder so – mal die Spülmaschine angeworfen habe. Ausgeräumt allerdings nicht.
Normalerweise fängt mein angeheirateter Schatz das auf, wenn ich im Buchbeendungswahn bin und nichts mehr um mich höre oder sehe, weil ich 24 Stunden in einer alternativen Realität zubringe. Der arbeitet allerdings 540 Kilometer von mir entfernt an der Küste und wir ziehen erst nächsten Juli wieder zusammen.
Natürlich laufen hier noch zwei Kids herum. Die eine ist Autistin mit ADS (ohne H) und sieht Chaos schlicht und ergreifend nicht. Sie leugnet auch standhaft, welches zu erzeugen. Oder alles, was sie nicht mehr braucht, genau dort fallen zu lassen, wo sie diese Erkenntnis getroffen hat. Glaubt sie mir nicht.
Die andere ist 15, was eine Diagnose für sich ist, hat auch ADS, nur ohne Autismus. Die sieht das Chaos zwar, findet es aber kuschelig.
Na ja, und ich habe ADS und Schreibsucht. Ich hasse Chaos, aber wenn ich im Schreibfieber bin, sehe ich auch nichts mehr. Superklasse.
Also erst mal die Küche in einen Zustand versetzt, dass das Seuchenkommando zufrieden daheim bleibt. Alles aufgeräumt, bis auf die Kinderzimmer. Die sind hoffnungslos. Handtücher in die Waschmaschine geworden. Geprüft, ob sich unerlaubt Leben eingeschlichen hat, aber nein, alles gut. Weder Fruchtfliegen noch irgendetwas mit mehr Beinen als ich.
Gegen 16.00 Uhr fielen mir mehrere Dinge auf: Das Erstkind würde in 20 Minuten aus der Schule kommen, ich habe noch keinen Krümel gegessen und keinen Tropfen getrunken. War auch gar nichts mehr da, was ich hätte trinken können. Also Spätmittagessen gekocht und heimkehrendes Kind auf das Flüssigkeitenproblem angesetzt.
Rumgegammelt.
Müde gewesen.
Nichts getan.
Über Jarid nachgedacht.
Mich leer und verlassen ohne mein Skript gefühlt.
In die Wanne gegangen, denn wirklich gesellschaftstauglich war mein persönlicher Hygienestatus jetzt auch nicht …
Jarid nachgetrauert.
Erstkind Fotos für den Kunstunterricht vergrößert und am Drucker verreckt, der kein Papier annehmen will.
Werde gleich mal Printcover erstellen. Muss noch für den letzten High Fantasy, für die Herbstzeitlosen und eben für Jarid Prints fertig machen. Und Sannas letzten Superhit lektorieren. Hatte in letzter Zeit das Leben nicht so ganz im Griff. U.a., weil ich ein Buch schreiben musste, das nie geplant gewesen war. Hat immerhin fast 5 Wochen meines Lebens gekostet!
Dieses Nichtstun ist sehr verwirrend.
Kein Buch zu schreiben ist auch sehr verwirrend.
Irgendwie bin ich nicht ganz lebensfähig in dieser Realität, fürchte ich.
Vielleicht sollte ich doch noch einen Bestseller raushauen und mir eine Hauswirtschafterin zulegen …
Ein Buch schreiben ist eigentlich immer eine gute Idee. Sammy und Dylan warten auf ihren Einsatz.
Das mache ich dann, sobald Jarid draußen in der Welt ist.
Ihr seht: Es besteht kein Grund zur Sorge.
Alles wird gut …

Jarid zum zweiten

6. Oktober 2016

Eigentlich wollte ich quasi schon mit Teil 6 von Dylan und Sammy fertig sein. Stattdessen hat Jarid sich in einer Blitzattacke bei mir breit gemacht und zwingt mich zu einer Fortsetzung, die definitiv nie geplant gewesen ist. Ich bin schon halbwegs durch mit dem Bengel und danach, ich schwöre es! Hält mich nichts mehr von meinen Lieblingsgestaltwandlern ab.

Häppchen?

1.
„Knie nieder, Jarid!“, kommandierte Meister Malin. Jarid gehorchte umgehend und hielt still, auch als sein Meister einen schweren Marútdolch zückte und damit auf ihn zukam.
„Du bist bekanntlich ein Knappe, kein Krieger“, sagte Fürst Rodwyn, während Meister Malin sich hinter Jarid stellte, seinen Kopf herabdrückte und in seine zahllosen dunkelblonden Zöpfe griff. „Allein auf den Straßen würde ein einsamer Marút, der wie du nicht allzu schlagkräftig aussieht, die falsche Art von Aufmerksamkeit erregen. Darum sollst du ohne deine Ehrenringe reisen.“

2.
Warme, stickige Luft schlug ihm entgegen, als er die Tür öffnete und hindurchtaumelte. Er wurde in Kindheitserinnerungen eingehüllt, in das Gefühl von Sicherheit und Heimat. Gerüche von Bier, Rauch, Essen und zu vielen Menschen. Beinahe hätte er vor Glück geweint, konnte sich aber noch in einen bloß halb vorgetäuschten Hustenanfall retten. Er war ein Marútknappe, verdammt! Die weinten nicht vor Glück, bloß weil sie nach ein paar Stunden im Regen und einigen unbeachteten Minuten neben der Tür über Bierlachen steigen und sich durch grob geschätzt zwei Dutzend eng zusammenstehender Männerkörper schieben durften. Das Prickeln und Stechen in seinen Händen, Füßen und Wangen war kaum zu ertragen, genauso wenig wie die erschlagende Erschöpfung, die wie Felsbrocken auf ihm lastete. Er ignorierte es bestmöglich und versuchte weiter, den Tresen zu erreichen, wo ein dicker, glatzköpfiger, rund fünfzig Jahre alter Kerl mit speckiger Schürze Bier zapfte.
„Na mein Junge, bist du von daheim weggelaufen? Oder hast du dich auf dem Weg zu Mamas Brust verirrt?“, fragte der Wirt spöttisch, als Jarid sich durchgekämpft hatte.

3.
Das Ganze unter heftigen Diskussionen mit seinen Leuten, die den Aufwand übertrieben fanden, den Jungen blenden, vielleicht doch töten oder adoptieren wollten.

Herbstzeitlosigkeit

6. September 2016

Höchste Zeit für ein neues Buch …
Es ist zur Abwechslung mal wieder ein Lea Baldow geworden, allerdings diesmal ohne immense Trauer und mit Happy End. Viel Drama und noch mehr Liebe gibt es trotzdem. Ich wünsche euch viel Spaß mit meinem Jüngsten.
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Märchen Que(e)rbeet …

1. August 2016

Ich habe bei einer Märchenanthologe mitgewirkt. :)

Zusammen mit Tina Filsak, Cat T. Mad, Shan O’Neill, Barbara Corsten und Moritz Hohenberg. Jeder hat ein bekanntes Märchen genommen und völlig neu interpretiert. Ich hoffe, es wird euch gut gefallen.

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